Betonmöbel und Betondesign


Betonmöbel

Beton als Baumaterial zur Errichtung von Gebäuden ist weithin bekannt und geschätzt. Auch die Fassaden- und Innenraumgestaltung mit Sichtbeton erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Doch nun erschließt sich dem grauen Werkstoff ein völlig neues Feld: das der Möbel- und Einrichtungsgegenstände. Denn immer mehr Möbeldesigner und Bauexperten entdecken die Gestaltung von Betonmöbeln als innovativen Weg, Räume aller Art einzurichten. Wer dabei befürchtet, im wahrsten Sinne des Wortes von Betonklötzen umgeben zu sein, ist sich jedoch nicht der Vielfalt an teilweise extrem filigranen Designs und Gestaltungsmöglichkeiten bewusst, die der Werkstoff Beton im Möbelbau bietet. Vom Wohnzimmer bis zum Bad, von der Küche bis zum Schlafzimmer lassen sich Einrichtungsgegenstände und Accessoires aller Art aus dem stabilen, schwergewichtigen Material herstellen – und auf diese Weise ein einzigartiges Wohnambiente schaffen.

Accessoires

  • Die Faszination von Robustheit und Innovation

Betonmöbel haben den Vorteil, sehr robust zu sein: Wenn nicht gerade mit einem Hammer darauf geschlagen wird, sind sie so gut wie unkaputtbar. Ein Einrichtungsgegenstand aus Beton ist also im Grunde eine Anschaffung für das ganze Leben. Ähnlich beispielsweise einer hochwertigen Lederjacke entwickeln jedoch auch Betonmöbel im Laufe der Zeit eine Art eigene Patina – oftmals dunkeln sie leicht nach. Das macht jedes Möbelstück einzigartig – zusätzlich zu dem Fakt, dass ohnehin jedes Stück aus Vollbeton durch die Herstellung im Gussverfahren ein echtes Unikat ist.

Gleichzeitig ist diese Art des Möbelbaus bislang noch recht wenig verbreitet, so dass man sich bei der Nutzung von Betonmöbeln eines echten Innovationsfaktors sicher sein kann.

 

Betondesign

 

  • Ungeahnte Filigranität und Vielfalt

Durch neuartige Verfahren zur Verarbeitung können heute bereits extrem filigrane Designs mit Beton umgesetzt werden. So kommen beispielsweise statt Stahl-Verstärkungen inzwischen innovative Werkstoffe wie Carbon zur Stabilisierung der Beton-Konstruktionen zum Einsatz. Das erlaubt es, auch extrem dünnwandige Beton-Designs zu erstellen sowie Formen zu erreichen, die bei der Nutzung des wenig flexiblen Stahls kaum möglich wären. Auch in punkto Farbigkeit hat sich der Werkstoff gemausert: Statt einheitlichem Betongrau ist nun auch durch das Beimischen von Farben aller Art die Möglichkeit gegeben, farbige Betonmöbel zu kreieren.

 

  • Design Longboard aus Beton

Der Betonmöbelhersteller MONOMENTALS hat nun eine spezielle Betonrezeptur entworfen, mit der ultra hohe Betonfestigkeiten erreicht werden. Dadurch lassen sich bis dato kaum denkbare Formen kreieren. Die Jungen “Erfinder” haben es mit ihrem Beton nun geschafft, ein fahrtüchtiges Longboard aus Beton zu fertigen.

Longboards
  • Beton für jedes Zimmer

Ob ein einzelner Tisch als dominierendes Element im Essbereich, ein Designersessel als Hingucker im Wohnzimmer, oder eine ganze Küchenzeile: Möbel aus Beton sind in allen Wohnbereichen zu Hause. Darüber hinaus lässt sich das eigene Heim oder Büro auch mit Accessoires aus Beton aufwerten: Ob Bilderrahmen oder Vase, Dekoteller oder Blumenständer – wer mit dem für die kleinen Gegenstände ungewöhnlich hohen Gewicht umgehen kann, kann sich innovatives Beton-Design selbst mit einfachsten Mitteln ins Haus holen. Auch als Lautsprecherboxen sind Betonkonstruktionen hervorragend geeignet, da sie kaum Eigenresonanz aufweisen und dadurch den Klang von Musik und Co. sehr klar wiedergeben.

  • Die verschiedenen Arten von Betonmöbeln

Um für die eigenen Wohnwünsche und den persönlichen Stil die passenden Betonmöbel zu finden, sollte man die verschiedenen Arten kennen, auf die diese Einrichtungsgegenstände hergestellt werden können.

Die wohl typischste Art der Betonmöbel stellen Gegenstände aus Vollbeton dar, die mittels Gussverfahren hergestellt werden. Sie verbinden eine gewisse, ihrem Stil innewohnende Wuchtigkeit mit modernem Design. Der Formenvielfalt sind dabei nur durch die Phantasie der Designer Grenzen gesetzt: Von eleganten Schwüngen bis hin zu knackigen Kanten ist alles möglich. Möbel aus Vollbeton sind jedoch durchaus schwergewichtig – ein Schreibtisch kann da beispielsweise schon gut 300 Kilo auf die Waage bringen. Diesen Faktor sollten Interessenten beim Möbelkauf unbedingt bedenken. Denn allein der Transport der Objekte in die Wohnung oder das Haus stellt dadurch eine echte Herausforderung dar. Auch muss sicher gestellt werden, dass Decken beziehungsweise Fußböden der Belastung dauerhaft standhalten. Wer sich dessen unsicher ist beziehungsweise öfter umzuziehen gedenkt, sollte sich lieber zu anderen Arten von Betonmöbeln orientieren – zum Beispiel auf Einrichtungsgegenstände in Betonoptik oder Objekte aus hohl gegossenem Beton. Diese bieten sich auch an, wenn man beispielsweise dazu tendiert, häufiger umzuräumen und Einrichtungsgegenstände neu zu positionieren.

Möbel in Betonoptik, die jedoch aus Kunststoff bestehen, sind eine Alternative zum „echten“ Betonstück. Sie bringen allerdings nicht die typische Robustheit des Betons mit, sind bis auf die Anschauungswirkung also tatsächlich eher Kunststoffmöbel.

  • Die Herstellung von Möbeln aus Beton

Klassischerweise werden Betonmöbel hergestellt, indem eine so genannte Gussform aus Metall oder Kunststoff hergestellt wird. Sie ist praktisch das „Negativ“ zum geplanten Möbelstück, in welches dann der Beton eingebracht beziehungsweise eingegossen wird. Neben selbst angemischtem Beton kann dabei auch Spritzbeton verwendet werden. Zur Stabilisierung werden dann entweder Stahl oder innovative Materialien wie Carbon eingebracht, bevor eine erneute Betonschicht das Ganze abschließt. Nach dem Trocknen wird das Objekt ausgeschalt. In diesem Moment erst zeigt sich, ob das Möbel ganz wie gewünscht entstanden ist. Im Nachhinein lässt sich daran kaum noch etwas verändern – wenn beispielsweise ein Lufteinschluss oder eine ungewollte Verformung stattgefunden hat, so ist diese nach der Trocknung regelrecht in Stein gemeißelt – und im schlechtesten Fall muss das gesamte Stück neu gegossen werden.

herstellung

  • Betonmöbel selbst herstellen

Um sich selbst an der Herstellung von Betonmöbeln zu versuchen, kann man beispielsweise Gussformen aus Styropor oder auch Holz erstellen. Bei kleinen Schmuckformen, die in die Oberfläche gebracht werden sollen, empfiehlt sich auch Modelliermasse als „Negativ“. Als einfache Möbelstücke können Betonklötze herhalten, auf die mit Silikon eine Glasplatte oder Steinplatte aufgebracht wird – fertig ist der Tisch. Zwei Betonklötze und eine Holzplatte ergeben bereits eine innovative Sitzbank. Zur eigenen Herstellung von Möbeln aus Beton sollte neben der Herstellung der Gussform unbedingt auch das Einbringen stabilisierenden Materials wie Stahlgitter oder Carbongitter bedacht werden. Heimwerker-Blogs helfen bei dem Thema übrigens gut weiter.

Prinzipiell sollte jedoch besonders bei großen Stücken eher auf die fachkundige Herstellung durch versierte Möbeldesigner gesetzt werden, da nur diese die notwendige Erfahrung zur optimalen Beton-Anmischung und -Verarbeitung mitbringen.

  • Die Pflege von Betonmöbeln

Was für viele Nutzer den besonderen Reiz eines Möbelstücks aus Beton ausmacht, ist die natürliche Anmutung der Betonoberfläche, die durch eine offenporige Struktur erreicht wird. Was dem Betonstück eine einzigartige Haptik und Optik verschafft, ist jedoch gleichzeitig seine Achillesferse. Denn durch die Oberflächenstruktur können sich Staub und Schmutz sehr gut festsetzen. Betonmöbel sollten deshalb regelmäßig gründlich gepflegt und fachkundig gereinigt werden. Zum einen gilt es schon bei der Anschaffung darauf zu achten, dass die Möbelstücke oder Accessoires bereits von Herstellerseite bestmöglich versiegelt und somit geschützt sind. Das geschieht – ähnlich wie bei Holzmöbeln – beispielsweise durch das Aufbringen von Ölen, Polituren oder Versiegelungen. Besonders Gebrauchsgegenstände beziehungsweise Möbel in Räumen wie Küche und Bad werden oft mit einer synthetischen Beschichtung versehen. Das macht den Beton widerstandsfähig selbst gegen Fette – und erleichtert die Reinigung. Eine andere Möglichkeit ist es, die Oberflächen derartiger Objekte bewusst nicht groß- und offenporig zu gestalten, sondern geschliffen und fein poliert. Dies verleiht den Betonmöbeln dann eine Anmutung, die oftmals an Marmor oder Speckstein erinnert.

Aus Nutzungsgründen ist die Versiegelung beziehungsweise das Feinpolieren von Möbeln wie Kücheneinrichtungen, Tischen oder Badmöbeln empfehlenswert – während Objekte wie Lampen, Vasen und ähnliche Accessoires und Kleinmöbel gern offenporiger gestaltet sein dürfen. Um die raue Beton-Ästhetik langfristig zu genießen, die dadurch entsteht, sollten jedoch auch diese Gegenstände regelmäßig mit einem feuchten Tuch von Staub und Schmutz befreit werden.